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Kinderehe - ah wie niedlich!

In den letzten Monaten durften wir immer neue Facetten der Bereicherung entdecken, die uns im vergangenen Jahr neben einer Million Menschen (plus minus einige Hunderttausend) geschenkt wurden.

In meine persönliche Top Five der schönen neuen Traditionen schafft sicherlich das Phänomen der Kinderehe, das uns hierzulande noch wenig vertraut ist.

Schon der Begriff der Kinderehe verharmlost natürlich einiges. Wenn zwei Fünfjährige im Kindergarten spielerisch eine Hochzeitszeremonie nachmachen, nachdem sie an einer teilnehmen durften, kommt mir das Wort "Kinderehe" in den Sinn. Wenn zwei verknallte Teenager den Eltern zum Trotz darauf bestehen zu heiraten, dann denke ich auch an die Kinderehe, auch wenn mit gewisser Sorge, ob es eine wirklich gute Idee ist, mit 17 eine Familie zu gründen.

Das, was wir heute beobachten, ist wiederum eher ein arrangiertes Kinderschänden.

Beispiel aus dem klinischen Alltag: Ein Flüchtlingsehepaar aus Afghanistan, sie - 14, er - 26. Sie - schwanger mit Zwillingen, Analphabetin. Soll man sie trennen? Wird es der jungen Frau helfen? Oder soll man die beiden sein lassen, auch wenn es einem Bauchschmerzen bereitet zu wissen, dass eine 13-jährige heiraten musste und nun Mutter wird, bevor sie überhaupt ein Teenager sein konnte? So oder so macht man es falsch. Ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit überkommt mich, wenn ich an die beiden denke. Wird diese junge Mutter eine Chance auf Bildung haben? Wird sie irgendwann schreiben und lesen lernen? Ich weiß es nicht. 

Viele mutige Journalisten und Fotografen haben sich diesem Thema gewidmet. Eine von ihnen ist US-Amerikanerin Stephanie Sinclair. Ihre Arbeit wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet:

http://pulitzercenter.org/projects/child-brides-child-marriage-too-young-to-wed

 

Ein Land, das für seine Affinität zur Kinderehe bekannt ist, ist Jemen. Hier ist es nicht nur üblich, Mädchen im Alter von 9 oder 10 zu ehelichen, es wird auch explizit von den islamischen Geistlichen unterstützt. Nachdem wiederholte Meldungen über Todesfälle in der Hochzeitsnacht (ratet mal, ob es um die Braut oder den Bräutigam geht) die Öffentlichkeit erreichten, versuchten die Regierenden per Gesetz das Mindestalter für Heirat anzuheben. Nachlesen kann man hier:

- Eight-Year-Old Bride Dies From Deep Vaginal Tearing On Wedding Day: https://jeromiewilliams.com/2013/09/10/2385/

- Child bride, 13, dies of internal injuries four days after arraged marriage in Yemen: http://www.dailymail.co.uk/news/article-1264729/Child-bride-13-dies-internal-injuries-days-arranged-marriage-Yemen.html

Imame im Dienst des Kinderschutzes? Fehlanzeige. Die Empörung über das geplante Verbot der Kinderehe war enorm; schließlich wurde es als unislamisch abgelehnt. Argumentiert wurde u.a. mit der persönlichen Geschichte des Propheten, der seine Lieblingsfrau Aisha im zarten Alter von sechs oder sieben Jahren (je nach Überlieferung) heiratete, mit dem Vollzug der Ehe jedoch wartete, bis sie neun oder zehn war. Wie kann man einen Man verehren, der mit einem Kind schlief? Kann man es? Im Prinzip hat der heutige Islam zwei Möglichkeiten mit diesem Problem umzugehen. Eine wäre: Ok, so steht es im Koran, aber die Überlieferung ist falsch und Aisha war in Wirklichkeit älter. Oder der heilige Text muss im geschichtlichen Kontext gesehen und damit relativiert werden. Das wäre auch ein guter Ausgangspunkt, um sich auch mit weiteren frauenfeindlichen Stellen im Koran und in den Hadithen auseinander zu setzen. Sonst bleibt einem wirklich nichts anderes übrig als zu sagen: Es tut mir leid, dass Euer Prophet ein Pädophiler war.

15.9.16 22:46
 
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